Das Schneckenhaus – Ein Kindermusical über Toleranz, Vielfalt und Heimat

"... und die Schnecke schaut derweil und denkt sich ihren Teil..."

Worüber die Schnecke sich so ihre Gedanken macht, konnten die zahlreichen Zuschauer in der Weil der Städter Aula live im Juli 2019 miterleben, hatten Sing-Mit!-Kinder, ChorKids und Young-Stars der Chorvereinigung Weil der Stadt zum mittlerweile schon traditionellen Sommer-Musical unter der musikalischen Leitung von Ingrid Mohr eingeladen. Die szenische Gestaltung des Bühnengeschehens lag wieder in den Händen der Theaterpädagogin Sigrid Vaas.

Die 32 Kinder boten ein farbenfrohes Bild: Sie hatten sich mit viel Glitzer, Tüll und Schminke in allerlei Getier verwandelt. Die musikalische Begleitung übernahmen neben Friederike Wright am Flügel, ein Blockflötenensemble der Musikschule und fünf Streicherinnen des Hausmusikkreises Weil der Stadt.

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Zu Beginn der Geschichte beklagt sich die Schnecke (Reto Hudec): "Voll Leid und voll Verdruss ich stets mein Häuschen tragen muss!". Im Schneckentempo trifft sie auf ganz unterschiedliche Tiere, um mit ihnen das Für und Wider des steten Mitschleppen-Müssens des Eigenheim zu erörtern: den Fisch, der sich vom Hecht gejagt, ganz knapp noch in eine Unterwasserhöhle retten kann, eine Maus, die es - verfolgt von einer hungrigen Katze - gerade noch ins Mauseloc schafft, das - oh Schreck! - weit weg ist. Die Schnecke wird Zeuge weiterer gefährlicher Situationen ihrer tierischen Mitgeschöpfe. Nachdem dann auch noch ein starker Regen auf die Schnecke niedergeht, sie den Berg hinabrollt, weil ein Häschen sie gestupst und ein Vogel auf ihrem Häuschen herumgehackt hatten, kommt sie am Ende zu der Erkenntnis, dass das mit dem Schneckenhaus eigentlich ein ziemlicher Segen ist - man ist geschützt und sicher vor den vielen Gefahren des Alltags.

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Am Schluss erkennt die Schnecke, dass alles zwei Seiten hat, Vor- und Nachteile. Meist ist es eine Frage der eigenen Perspektive: Mühsam ist es zwar, das eigene Haus ständig herumzuschleppen, aber auch praktisch, wenn man sich vor Fressfeinden und schlechtem Wetter in Sicherheit bringen kann.

Die mit viel Schwung vorgetragenen Lieder wurden durch allerlei Schlagwerk wie Klanghölzer, Schütteleier, Regenmacher, Rumba-Kugeln usw. musikalisch untermalt, was die kleinen Musicalstars mit Begeisterung in die unterschiedlichen Lieder des Minimusicals von Egon Ziesmann einbauten.

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